Start › SPS-Programmierung

SPS-Programmierung: Grundlagen, Sprachen und Einstieg

Von Industrial Automation Pro · Veröffentlicht 2026-07-31 · 10 Min. Lesezeit

Bei der SPS-Programmierung wird die Logik geschrieben, nach der eine Maschine arbeitet: welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ein Antrieb anläuft, wann ein Ventil öffnet, wie die Anlage auf eine Störung reagiert.

Der Beruf ist einer der wenigen gut bezahlten technischen Wege, der auch ohne Studium offensteht. Entscheidend ist nicht der Abschluss, sondern ob jemand eine Anlage zum Laufen bringt – und das lässt sich zeigen.

Die fünf Sprachen der IEC 61131-3

SpracheKurzzeichenTypischer Einsatz
KontaktplanKOPMaschinenlogik – die mit Abstand häufigste Sprache
FunktionsbausteinspracheFUPRegelungen und signalflussorientierte Aufgaben
Strukturierter TextSTRechnen, Datenverarbeitung, komplexe Algorithmen
AblaufspracheASSchrittketten und Betriebsartenverwaltung
AnweisungslisteAWLHistorisch bedeutsam, heute nur noch selten verwendet

Kontaktplan: die Sprache der Werkstatt

Der Kontaktplan sieht aus wie ein Stromlaufplan. Zwischen zwei senkrechten Schienen liegen waagerechte Strompfade; von links fließt gedachte Energie über Kontakte (Bedingungen) zu Spulen (Ausgänge).

Kontakte in Reihe ergeben eine UND-Verknüpfung, Kontakte in parallelen Zweigen eine ODER-Verknüpfung. Mehr braucht es für den Einstieg nicht.

Die Selbsthaltung – das erste echte Programm

|--] [-----]/[----( )--| | Start Stopp Motor | |--] [-----------------| | Motor (Parallelzweig)

Der Taster Start lässt den Pfad leiten, die Spule Motor zieht an. Der parallele Kontakt „Motor“ überbrückt daraufhin den Starttaster – die Bedingung bleibt erfüllt, auch wenn losgelassen wird. Der als Öffner ausgeführte Stopp unterbricht den Pfad und beendet die Selbsthaltung.

Warum Stopp als Öffner verdrahtet wird: Bricht die Leitung, verhält sich die Anlage wie bei gedrücktem Stopp – sie geht in den sicheren Zustand. Dieses Prinzip zieht sich durch die gesamte Steuerungstechnik.

Bausteine, die täglich gebraucht werden

Regeln, die Ärger ersparen

Einstieg in die Praxis

  1. Grundlagen klären: Wie der Zyklus einer SPS arbeitet, was digitale und analoge Signale unterscheidet, wie ein Stromlaufplan gelesen wird.
  2. Mit einer Simulation üben: Selbsthaltung, Ampelsteuerung, Förderband mit Stauüberwachung – ohne Hardware und ohne Risiko.
  3. Auf ein reales System wechseln: In Deutschland dominiert Siemens mit TIA Portal; Kenntnisse dort öffnen die meisten Türen.
  4. An echte Anlagen kommen: Instandhaltung, Servicetechnik oder ein Systemintegrator. Jede beseitigte Störung ist wertvoller als jedes Zertifikat.

Häufige Fragen

Was ist SPS-Programmierung?

Das Erstellen der Steuerungslogik für eine speicherprogrammierbare Steuerung: Sie legt fest, unter welchen Bedingungen Antriebe, Ventile und Meldeeinrichtungen einer Maschine schalten.

Welche Sprache sollte man zuerst lernen?

Den Kontaktplan (KOP). Er ist in der Maschinensteuerung am weitesten verbreitet und für Instandhalter unmittelbar lesbar, weil er einem Stromlaufplan ähnelt.

Wie lange dauert es, SPS-Programmierung zu lernen?

Grundlagen an einer Simulation lassen sich in wenigen Monaten erarbeiten. Sicherheit im Umgang mit realen Anlagen entsteht erfahrungsgemäß nach ein bis zwei Jahren Praxis.

Braucht man für SPS-Programmierung ein Studium?

Nein. Viele SPS-Programmierer kommen über eine Ausbildung im Elektrobereich, die Instandhaltung oder eine Weiterbildung in den Beruf. Entscheidend ist nachweisbares Können an der Anlage.

Fragen zu Ihrem Projekt?

Schreiben Sie uns, woran Sie arbeiten – wir weisen Ihnen die Richtung.

Kontakt aufnehmen